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Rheinische Post vom 10.11.2011

Wiedersehen bei der Filmwoche

VON PETER KLUCKEN

Duisburg (RP). Beim Duisburger Dokumentarfilmfestival sind mit Bettina Braun und Heidi Specogna zwei Filmemacherinnen vertreten, die in den vergangenen Jahren jeweils den Publikumspreis der Rheinischen Post gewonnen hatten und auch diesmal mit herausragenden Arbeiten das Programm bereichern.

“Deutscher Muslim hier daheim. Jut is!”, steht auf dem Shirt eines Protagonisten aus Bettina Brauns Langzeitdokumentation “Wo stehst Du?”. Foto: filmwoche

Es ist bereits der dritte Film über Ali, Kais und Alban, jene jungen Leute, die Regisseurin Bettina Braun vor zehn Jahren im Kölner Jugendzentrum Klingelpütz kennengelernt hatte. “Was lebst du?”, der erste Film über die Jugendlichen “mit Einwanderungsgeschichte” bekam 2004 bei der Duisburger Filmwoche den Publikumspreis der Rheinischen Post. Nach “Was du willst” (2008) wurde nun bei der Filmwoche “Wo stehst du?” als Uraufführung vorgestellt. Nach der Aufführung gab’s viel Applaus.

Spannende Langzeitstudie

Die filmische Langzeitstudie verliert keineswegs an Spannung. Bettina Braun rückt ihren Protagonisten mit der Kamera bisweilen provokant auf den Pelz. Als Zuschauer nimmt man an ihren Lebensgeschichten teil, an den guten Zeiten und den schlechten. Während Kais als Schauspieler Fuß zu fassen scheint, haben die anderen beruflich weniger Erfolg. Auch die Beziehungen mit Freundinnen sind offenbar heikel. Je älter die Mitglieder der Clique werden, desto stärker erkennt man als Zuschauer, wie die Religion, der Islam, die jungen Männer prägt. Bettina Braun gesteht, dass sie bei ihrer Dokumentation nicht jene Distanz bewahren konnte und wollte, die im Allgemeinen gefordert wird. Das wird in “Wo stehst du?” keineswegs verschwiegen; die “Jungs” reden ihre Filmemacherin vor laufender Kamera immer wieder mit “Bettina” an. Dass ein solcher Film trotzdem funktioniert, könnte Thema einer jener Debatten werden, für die die Duisburger Filmwoche gerühmt wird.

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